Die erste Woche Mittweida

Die erste Woche Mittweida.

Abgeschlossen.

Quasi 1/6.

Ich hab mir vorgestellt, dass ich anstatt jeden Tag zu Bloggen einfach ein Resüme der Woche mit Einblicken in jeden Tag aufschreibe.

Ist wesentlich unstressiger und ich sehe die Dinge später meist im richtigen Kontext, der erste Eindruck ist halt der erste Eindruck, den man noch einsortieren muss ins große Ganze.

Aber von vorne.

Die Vorbereitung

Bin ja am Freitag und am Samstag (letzte Woche) umgezogen, raus aus Stuttgart. Zur Umzugshalbzeit war ich dann noch am Freitag Abend auf einem nullDB & Stahlzeit Konzert (aufmerksame Facebooker & Twitter-Beobachter mögen es bereits bemerkt haben).

Tweet #hsmw Nr. 01

Dabei kurz ein Einwurf zu Facebook und Twitter (Wer aber weiterlesen will, diesen Abschnitt einfach überspringen)

<———- Social Media Start ———->

Seit Montag benutze ich Twitter als Kurzblogging-Service im Kontext der Hochschule Mittweida etwas öfter. Alles was ich auf Twitter veröffentliche wird automatisch auch in Facebook veröffentlicht, sofern ihr nicht Twitter als Anwendung gesperrt habt. (Wie vielleicht manche Twitter-Hasser)

Diese Tweets tragen zum Schluss immer die Suchbezeichnung #hsmw (Hochschule Mittweida).

Dabei kamen einige lustige Nachrichten zusammen, die ihr alle bei mir auf Twitter findet. Während ich über die Ereignisse von hier schreibe kopiere ich immer den Tweet (TwitterNachricht) oder den Facebook Eintrag hier rein, um den Kontext zu erweitern.

<———- Social Media Ende ———->

War ein super Konzert mit viel Pyro und mehr oder weniger guten Sound.

Samstag dann die zweite Ladung umziehen, Zimmer war schon “übergeben”, dann eine super Fahrt mit meinem Fahrrad Richtung Bahnhof und ab nach Hause.

Tag 0 – Die Anreise

Angereist nach Mittweida bin ich mit meinem Auto und da fing der Spaß erst richtig an.

Voraussichtliche Reisedauer: 4 Stunden 30 Minuten.

Circa 500 Kilometer.

Tweet #hsmw Nr. 02

Bin gegen 14:30 losgefahren mit der Sonne im Rücken und einer leeren Autobahn

War auch noch leerer

Aber Dann.

Vor Nürnberg der erste große Stau. Nicht nur selbst produziert durch aufeinander auffahrende Autofahrer sondern durch ein offensichtlich bayrisches Spritsparmanöver.

Eine Autofahrerin vor mir rückte in dem Stau meist erst dann auf, wenn der Abstand vor ihr groß genug war, dass es sich lohnte auch wirklich loszufahren. Ihr Wunschabstand lag bei ca 50 Metern. Das hatte zur Folge das die rechte Spur irgendwie schneller voran kam als die Linke, wobei ich ja glaube das es noch mehr von solchen Kobolden da gab.

Naja, nach 3 kurzen Pausen (die letzte inkl. Tanken) war ich dann um ca 20 Uhr in Mittweida. War ne echt schlauchende, aber trotzdem schöne Fahrt.

Denn nach dem Stau wurde aus der 3 spurigen Autobahn eine 2 spurige, normale Autobahn wurde schlängelte sich diese durch die mittlerweile in Dunkelheit getauchte Landschaft wie eine riesige Lichterkette. Auf der Gegenspur war nämlich zeitweise richtig Stau, manchmal nur zähfließender Verkehr. Auf jeden Fall ein schöner Anblick wie die Lichter der Autos zu den Sternen der Sächsisch/Fränkischen von Dunkelheit bedeckten Landschaft wurden…

So, zu Ende geträumt. Als ich dann schließlich in Mittweida angekommen bin habe ich noch kurz Frühstück besorgt und bin dann ab zu unserer Ferienwohnung. Die war/ist eigentlich ganz nett, haben 2 Schlafzimmer, eine Küche und ein Bad, alles was man braucht und nette Pensionsinhaber :)

Nach der harten Anreise und etwas Photoshoparbeit gingen wir dann auch ins Bett, denn am nächsten Morgen sollte die erste Vorlesung auf uns warten…

Tag 1 – Die erste Vorlesung

Tweet #hsmw Nr. 03

Zuerst mal nach Mittweida fahren. Angekommen versuchen wir dann irgendwie rauszufinden in welcher Gruppe wir sind, fragen an der Info nach. Der verweist uns auf Haus 4, da findet auf jeden Fall unsere erste Vorlesung statt.

Im Haus 4, im Medienhaus, hing dann auch die Liste aus wer in welcher Gruppe ist.

Wir waren zum Glück alle in einer Gruppe!

Erster Etappensieg. Dann stehen alle in einem mittelgroßen Foyer rum und scheinen auch auf die erste Vorlesung zu warten. Wir schließen uns unauffällig an und warten auf die erste Vorlesung.

Kommt Zeit, kommt jemand der das Zimmer aufschließt. Wir laufen durch die Maske durch in ein zieeeeeeeeeemlich großes Filmstudio

Das Filmstudio in Mittweida

Rade wäre bestimmt neidisch, sah echt gut aus.. :D

Tweet #hsmw Nr. 04

Die erste Vorlesung war bei Herr Ruprecht Eser, den das ältere Kaliber vielleicht noch vom Heute Journal aus den 80ern kennt. Ziemlich interessanter Typ, hat viele interessante Sachen erzählt. Aber wer jetzt denkt das wäre eine Vorlesung im normalen Sinne der täuscht.

Schließlich saßen wir im Filmstudio. Nicht ohne Grund. Wir sollten 2 on 1 Interviews machen, vorgeschlagen wurden verschiedene Themen. Vorgabe: 6 Minuten. Wir nahmen das Thema Studiengebühren, weil sich niemand das Thema ausgesucht hatte.

Tweet #hsmw Nr. 05

Ganz blöde Idee.

Naja, wir recherchierten also und stritten uns wer denn derjenige sein soll der Interviewt wird…

Nachdem die Entscheidung gefallen war traten wir dann auch als 2. Gruppe auf.

Nach 2:35 war schon Schluss, Herr Eser war absolut… Was ist das Gegenteil von begeistert, jubelnd, lobend?

Tweet #hsmw Nr. 06

Naja. Wie gesagt, wir waren echt schlecht. Selber Schuld wenn wir gerade denjenigen für den Interviewten auswählen der gerne wenig redet. Und die Interviewer können ihn nicht vorm Ofen vorlocken :P

“Ja, Ja, Nein. Aber eigentlich ist das anders. Darüber weiß ich nichts.”

Puff, Fragen Weg. Yeeha. Später auf dem großen Fernseher wurden wir erst nochmal abgespielt,

…dann fertig gemacht. Verbal. Nun wusste unsere Gruppe (ca 70 Studenten) wer die drei aus Stuttgart sind. Zurecht.

Toller Start für den Ersten Tag, und es war nicht mal mittag. Apropos Mittag, mittags waren wir auf der Eröffnungsveranstaltung in einem richtigen Vorlesungssaal.

Nach einigen interessanten (und uninteressanten) Informationen wurden wir dann auch für den Ersten Tag entlassen.

Danach waren wir noch richtig einkaufen, haben zusammen gekocht und gegessen, den Tag mit Jackass2 Revue passieren lassen und sind dann irgendwann auch schlafen gegangen.

Tag 2 – Gottschalk Time

Die Zweite Vorlesung begann nicht wie am ersten Tag um 10, sondern schon um 8. Soll ja keiner sagen dass wir es irgendwie besser haben. Die zweite Vorlesung hatten wir bei Professor Peter Gottschalk (ARTE).

Um kurz einen Eindruck zu bekommen hier 2 Zitate von ihm:

Tweet #hsmw Nr. 07

Tweet #hsmw Nr. 08

Dort gings um Dinge wie Film, Storytelling usw. Nach 4 interessanten Filmausschnitten zu verschiedenen Themen wie DokuDrama,

Tweet #hsmw Nr. 09

… Fiction und Scripted Reality gingen wir erstmal in die Mittagspause. Das erste Mal Mensaessen (gestern waren die Vorlesungen direkt nacheinander ohne Pause). War gut, wie später auch. Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar.

Nach dem Mittagessen trafen wir unsere Lieblingsdozentin aus Stuttgart die gerade angekommen war, hielten ein Schwätzchen und gingen darauf zurück in die Vorlesung. Denn was jetzt folgte sollte der Höhepunkt der Vorlesung sein.

Wir sollten nämlich (wenn wir wollen) Einen Elevator Pitch für ein Film- oder Serienkonzept halten. Was ist ein Elevator Pitch? Der Begriff kommt aus Amerika und ist eigentlich genau das was man sich drunter vorstellen könnte: Eine Kurzpräsentation wie als wäre man in einem Aufzug. In einem Aufzug mit einem Geldgeber, den man, wie Prof. Gottschalk so schön sagte, vom Erdgeschoss bis zum Penthouse überzeugt haben sollte.

Tweet #hsmw Nr. 10

Ich habe eine Filmidee gepitcht die ich schon länger im Kopf hatte und vielleicht auch als Hausarbeit umsetzen werde um sie schließlich mal bei etwas zu viel Freizeit zu verfilmen. Nach 53 Sekunden schien ich zumindest den Dozenten überzeugt zu haben (wir mussten auf englisch pitchen, die ganze Vorlesung war auf englisch. Hätte ich jetzt fast vergessen zu erwähnen)

Das Highlight des Tages war die WelcomeParty Abends. Also flux nach Hause, richten, und wieder zurück zur WelcomeParty.

Die Drei Digis

Das Essen war lecker, der Nachtisch größtenteils leider nicht laktosefrei und der Alkohol umsonst. Den Rest kann man sich denken, war zu 98% ein super Abend.

Tag 3 – Studentenleben

Normalerweise sagt man vom Studentenleben dass die faulen Studenten immer nur frei haben.

Am Donnerstag hat das auch gestimmt. Wir hatten frei, konnten ausschlafen und fuhren zum Mittagessen mit der Lieblingsdozentin nach Mittweida.

Nachm Mittagessen sind wir noch durch Mittweida gelaufen und haben uns erstmal selber angesehen, was es eigentlich so alles gibt und dabei ein paar nette Erfahrungen gemacht:

• Mittweida ist ab von den Hauptstraßen teilweise echt schön

• Man hat alles dort was man braucht

• Die Leute sind generell nett, wenn man ihnen auch nett begegnet.

Hier einige Impressionen:

(wenn ich Zeit und die Leitung dazu habe füge ich noch ein lustiges Video ein)

Abends sind wir dann noch in den Studentenclub,

Tweet #hsmw Nr. 11

…da war aber nicht sonderlich viel los weshalb wir dann auch wieder kurz vor 12 gegangen sind. Am nächsten Tag war ja wieder Vorlesung.

Tag 4 – Eser’s Final Chapter

Bei Hr. Eser hatten wir ja bereits am Dienstag “Internationale Mediensprache” und heute war das letzte Seminar bei ihm. Heute auf Englisch und in einem normalen Vorlesungssaal, aber mit Kamera. Es begann mit englischen Grundbegriffen der Fernseh- & Medienwelt (unter Anderem aus seiner Zeit beim BBC) und wir kamen schließlich später zu den letzten 2 der 4 Interviews vom Montag. Nach kontruktiven Diskussionen wurde Runde 2 gestartet, diesmal teilweise ähnliche Gruppen aber auch neue, ausgestattet mit Taktiken, Tricks und Gemeinheiten eines professionellen und erfahrenen Interviewers (Das Interview ist die Königsdisziplin!).

Abschließend hielt ich auch noch ein Interview in Englisch. Wie es dazu kam? Er sprach zuerst jemand anderen an während wir draußen auf die 2. Runde der Interviewgruppen warteten (die nahmen es diesmal ohne Publikum auf, wir mussten draußen warten). Ich schaute mich halt um und sah die beiden gerade reden als Herr Eser dann auf mich zukam und meinte “Sie schauen aber frech” Ich entgegnete höflich “Ich schaue aufmerksam und interessiert” er griff mich am Arm, gab mir keine Chance mich zu wehren (was ich nicht ernsthaft versuchte) und nahm mich mit zu einer Komilitonin die das letzte, abschließende Interview auf englisch führen wollte, der aber noch ein Partner fehlte. Der Rest ist Geschichte.

Tweet #hsmw Nr. 12

Das Interview lief ganz okay, war ganz lustig :P Wir haben mit unserem Interview die Veranstaltung abgeschlossen und nach ein paar netten und lobenden Worten von Hr. Eser war es dann rum…

Leider…

Hier noch eine Empfehlung von Hr. Eser: Jeremy Paxman ist seiner Meinung nach der beste britische Interviewer, weil er nicht nachgibt sondern immer, wieder nachfragt, siehe YouTube :D

Naja, danach gings ab in die Mensa. Mittagessen & mit der media telefonieren.

Soviel dazu. Eine Stunde tippen um grob meine Wahrnehmung von Mittweida zu vermitteln.

Wie Professor Gottschalk sagen würde “Was ist eure Message die ihr rüberbringen wollt?”

Meine Antwort im Kontext dieser knapp 1700 Wörter im Text “Mittweida ist interessant, die Mauer ist für die meisten schon längst gefallen (zum Glück) und Mittweida ist bestimmt noch für viele Überraschungen gut.”

Edit 30 Minuten für die paar Bilder oben. Video hab ich gar nicht getestet, würde zu lange dauern. Noch ein paar Links eingefügt :D

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